Leitbild:

Die Gemeinde selbst

Wir sind eine knapp 114 Jahre junge Kirchengemeinde am Rande von Radevormwald, eingebunden im Kirchenkreis Lennep.

Wir sind Eigentümer einer schönen denkmalgeschützten und hervorragend gelegenen Kirche, eines vielfältig zu nutzenden Gemeindehauses und eines unmittelbar an die Kirche grenzenden Friedhofes. In unserem Gemeindegebiet liegen zwei Kindergärten, davon einer in unserer Trägerschaft, sowie ein privates, von uns seelsorgerlich betreutes Altenheim.

Unsere direkte Nachbargemeinde ist die evangelische Landkirchengemeinde Remlingrade. Darüber hinaus bestehen im Rahmen der Ökumene gute Kontakte zu der Freien Evangelischen Gemeinde und der Katholischen Kirchengemeinde St. Josef Vogelsmühle.

Die Zusammensetzung unserer Gemeindeglieder hat sich in den letzten Jahrzehnten mit dem Niedergang der örtlichen Textilindustrie, aber auch mit gesamtgesellschaftlichen Veränderungen stetig gewandelt (z.B. Zuzug von Ausländern und Aussiedlern) und das Leben in unserer Gemeinde geprägt.

Die Gemeinde als einladende Gemeinde

Wir sind eine von Gott eingeladene und deshalb auch selbst einladende Gemeinde. Diese Einladung wird durch eine Vielzahl unterschiedlicher Kreise und Gruppen, die für alle offen sind, deutlich.

Hierbei steht für unsere Glaubensgemeinschaft Gottes Wort an erster Stelle. Wir bekennen uns zum Evangelium, wie es im Alten und Neuen Testament bezeugt wird. Kernbotschaft dieses Evangeliums ist der in seinen Zusagen und Verheißungen getreue Gott, wie er sich in dem gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus offenbart hat. Wir sehen uns als Aushängeschild für den christlichen Glauben.

So wollen wir in unserem Reden und Handeln das Wort Gottes in ansprechender Weise verkündigen und praktizieren sowie durch Wertevermittlung das Verständnis der Gemeindeglieder untereinander verbessern und hiermit u.a. das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken.

Basierend auf diesen Grundlagen beabsichtigen wir, möglichst viele Menschen in ihrem Lebensbereich und mit ihren Interessen anzusprechen, eine Gottesdienstvielfalt zu haben und für Hilfesuchende ein möglichst kompetenter Gesprächspartner zu sein.

Hierbei ist uns eine gute Transparenz nach innen und nach außen wichtig.
Was sollen und wollen wir?

Verkündigung

Gottesdienste haben den höchsten Stellenwert in unserem Gemeindeleben. Sie helfen den Menschen in ihrem Leben durch geistliche Orientierung und geben so das Rüstzeug für die Bewältigung des Alltags.

Um diesen Stellenwert zu erhalten bzw. neu bewusst zu machen, laden wir zu unterschiedlichen Gottesdiensten ein. Hierbei werden die verschiedenen Alters- und Interessengruppen berücksichtigt (z.B. Jugend- und Familiengottesdienste, musikalisch besonders gestaltete Gottesdienste, Themengottesdienste etc.).

Neben den sonntäglichen Gottesdiensten werden auch Gottesdienste an anderen Tagen angeboten.

Bei der Vorbereitung besonderer Gottesdienste wird darauf geachtet, dass eine Gruppe von Gemeindegliedern in die Mitwirkung eingebunden wird, um bereits hier ein Gefühl der gemeinschaftlichen Aktivität und damit auch Identifikation zu erhalten.

Um die Gemeinschaft der Gottesdienstbesucher zu stärken und Gelegenheit zu Gesprächen und Meinungsaustausch zu geben, wird nach manchen angekündigten Gottesdiensten zu Kaffee und Tee eingeladen.
Bei besonderen Anlässen betreuen wir währen der Gottesdienste die Kleinkinder der Gottesdienstbesucher. Wir bieten für jeden Gottesdienst Fahrdienste an.

Seelsorge

Seelsorge ist die wichtigste geistliche Nahrung des Menschen. Sie beginnt mit einem positiven menschlichen Kontakt. Unser Pfarrer ist hierbei die wichtigste Kontaktperson.

Das Leitungsorgan unserer Kirchengemeinde achtet darauf, dass die Seelsorge nicht nur im Gottesdienst gegeben ist, sondern auch den Gemeindegliedern ermöglicht wird, die aus Alters-, Krankheits- und sonstigen Gründen die Gottesdienste nicht besuchen können. Hierzu werden Predigten aufgenommen und interessierten Gemeindegliedern zur Verfügung gestellt. Außerdem werden diese Menschen verstärkt von unserem Pfarrer besucht.

Darüber hinaus wollen wir neue MitarbeiterInnen für den Besuchsdienst gewinnen, denn auch die Begleitung von Menschen in bestimmten Lebenssituationen, die Ermutigung und Linderung von Einsamkeit bzw. einfache, aber häufige Gespräche sind Aufgabe der Seelsorge.

Struktur der Gemeinde

Aufgrund der geringen Größe unserer Gemeinde und der hiermit verbundenen geringen Finanzkraft sind wir weit-gehend auf die Mitarbeit Ehrenamtlicher angewiesen.
Hierbei sind wir eine Glaubensgemeinschaft, in der der persönliche Kontakt zählt.
Deshalb ist es uns wichtig, unseren Pfarrer, soweit wie möglich, von organisatorischen und verwaltungstechnischen Aufgaben frei zu halten, damit er einer seiner wesentlichen Aufgaben als Besucher von Gemeindegliedern gerecht wird.
Neben den Seelsorgegesprächen und der Betreuung der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besucht er neu Zugezogene und führt auch Besuche ohne direkten Anlass durch – in jedem Fall aber auf ausdrücklich geäußerten Wunsch.
Unser Gemeindeamt wird als Koordinations- und Anlaufstelle auf jeden Fall aufrechterhalten.
Für Fragen und Probleme, die von eigenen Kräften nicht beantwortet bzw. beseitigt werden können, erfolgen Vermittlungen an entsprechende Stellen des Kirchenkreises.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind der Motor unserer Gemeinde.

In den regelmäßig stattfindenden Mitarbeiterbesprechungen und Besprechungen zwischen Träger und Kindergarten-personal wird daher darauf geachtet, dass eine Zurüstung und Teamgeistbildung erfolgen.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfahren in ihrer Arbeit Unterstützung durch den vom Presbyterium gewählten Beauftragten / durch die vom Presbyterium gewählte Beauftragte.

Diese/r hält Kontakt zu den ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, sorgt für die Erstattung von Auslagen, hilft bei Problemen und übernimmt Koordinationsaufgaben.

Einmal jährlich werden alle Ehrenamtlichen zu einem Erfahrungsaustausch eingeladen. Gleichzeitig erfolgt hiermit eine entsprechende Würdigung des Ehrenamtes.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden zum Besuch der vom Kirchenkreis und von anderen kirchlichen Institutionen angebotenen Fortbildungsmaßnahmen motiviert. Für vom Presbyterium zu bestimmende haupt- und neben-amtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird eine Fortbildung innerhalb von zwei Jahren erwartet.

Öffentlichkeitsarbeit

Unsere Kirchengemeinde zeigt sich – wie bereits erwähnt – nach innen und außen transparent.

Das geschieht durch die attraktive Gestaltung des regelmäßig erscheinenden Gemeindebriefes, der Schaukästen sowie auch durch die Nutzung der örtlichen Presse – seit jetzt auch durch die Nutzung des Internet.

Hierfür gibt es eine/n Öffentlichkeitsbeauftragte/n, die/der von den Verantwortlichen der jeweiligen Kreise und Gruppen über anstehende Aktivitäten und gelungene Veranstaltungen informiert wird.

Im Rahmen der jährlichen Gemeindeversammlung erfolgt ein kurzer Jahresbericht der einzelnen Gruppen.

Einladungen zu besonderen Veranstaltungen erfolgen in Form der Nutzung der genannten Medien als auch durch Handzettel.

Darüber hinaus ist uns die persönliche Einladung im Rahmen von Gesprächen der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirchengemeinde mit gegebenenfalls der Gemeinde fern stehenden Menschen wichtig.

Neu Zugezogene werden grundsätzlich besucht. Als Orientierungshilfe erhalten sie neben dem letzten Gemeindebrief eine Informationsbroschüre, in der sich die einzelnen Kreise und Gruppen näher darstellen.

Es wird regelmäßig ermittelt, welche eingesetzten Informationsmittel am häufigsten wahrgenommen werden.

Bildung und Kultur

Unsere Kirchengemeinde bietet in erster Linie geistliche Themen an.

Neben Bibelarbeit ist an Diskussionsrunden gedacht, die bei Gegenwartsproblemen ansetzen (Sinnfindung, Glaube an sich selbst, Inhalte des christlichen Glaubens, Sekten etc.).

Darüber hinaus finden sich auch Angebote ohne spezielle kirchliche Prägung. Durch eine entsprechende Gestaltung des Rahmens soll jedoch der Charakter eines Treffens einer christlichen Gruppe erhalten bleiben. Hier ist besonders an Angebote mit guten Kontakt- und Gesprächsmöglichkeiten gedacht. Diese Treffen helfen kirchenfernen oder kirchen-entfremdeten Menschen, Berührungsangst gegenüber der Kirche im Allgemeinen und damit auch gegenüber unserer Gemeinde abzubauen.

In musikalischer Hinsicht wird die bisher gute Arbeit in einzelnen Bereichen fortgesetzt. Hierbei wird besonderer Wert auf die Nachwuchsarbeit gelegt.
Durch engagierte Werbung wird angestrebt, die Chorarbeit in der Gemeinde zu erweitern.
Alle in der Gemeinde musizierenden Gruppen und Personen tragen die Gemeindearbeit durch selbständige und gemeinschaftliche Darbietungen mit.

Finanzen

Bei der Verteilung der zur Verfügung stehenden Kirchen-steuermittel werden die Bereiche „Seelsorge“, „Diakonie“ und „Kinder- und Jugendarbeit“ mit absoluter Priorität versehen.

Aufgrund der geringer werdenden Einnahmen werden für spezielle Projekte bzw. unverzichtbare Arbeiten andere Finanzierungsquellen gesucht.

Es erfolgt eine konsequente zeitnahe Kostenkontrolle und ein Controlling, um rechtzeitig Maßnahmen einleiten zu können. Hierbei soll progressiv gedacht werden. So werden zum Beispiel zielgerichtete Spendenaktionen geplant, interessierte Gemeindeglieder, aber auch Geschäftsleute vor Ort, die bestimmte Aufgaben unterstützen wollen, werden um freiwillige, jedoch in der Höhe möglichst gleich bleibende und damit kalkulierbare Beiträge gebeten.

Sind erforderliche Arbeitsplätze gefährdet, werden Finanzierungsmodelle erarbeitet, die die Stelle unabhängig vom Kirchensteueraufkommen auf jeden Fall zu sichern versuchen.

Außerdem werden die Bemühungen, ehrenamtliche MitarbeiterInnen für die verschiedensten Aufgabenfelder der Gemeinde zu finden, verstärkt.

Diakonie

Diakonie ist eine Pflicht jedes Christen und damit auch jeder christlichen Gemeinschaft.

Wir halten daher – unabhängig von unserer Finanzkraft – die Mitgliedschaft in der Diakoniestation Radevormwald aufrecht.

Darüber hinaus findet auch in der Gemeinde Diakonie spürbar statt. Dieses zeigt sich nicht nur durch die häufige Präsenz unseres Pfarrers oder eines anderen Beauftragten im Altenheim, sondern auch durch einen verstärkten Besuchsdienst und – wenn möglich – die Unterstützung finanziell in Not geratener Gemeindeglieder.

Außerdem werden in bestimmten zeitlichen Abständen Gespräche und Aktionen mit diakonischen Themen durchgeführt (z.B. Armut im Alter, Arbeitslosigkeit o.ä.) und ent-sprechende Hilfestellungen aufgezeigt.

Den betroffenen Gemeindegliedern wird deutlich gemacht, dass wir ihre Situation erkennen und entsprechend unseren Möglichkeiten auch handeln.

Kinder- und Jugendarbeit

Unsere Gesellschaft wird nicht unwesentlich von der Vermittlung christlicher Werte an die Kinder und Jugendlichen bestimmt. Bei der Vermittlung dieser Werte ergeben sich häufig Defizite. Darüber hinaus stürzt auf die Kinder und Jugendlichen durch die Medien eine häufig nicht verkraftbare Flut von Eindrücken ein, die es für die Heranwachsenden schwer macht, eine Orientierung zu finden.

Hier beginnt unsere Kinder- und Jugendarbeit.

Durch attraktive Angebote schaffen wir die Voraussetzungen gemeinschaftlichen Erlebens und Arbeitens. Anders als in Gruppen, in denen es hauptsächlich um Beschäftigungstherapie geht („weg von der Straße“), streben wir bei uns im Rahmen der Treffen auch eine Vermittlung christlicher Werte an. Rücksichtnahme und Pflicht zur Hilfe gegenüber Schwächeren sind unter anderem Werte, die vermittelt werden sollen.

Damit unsere Kinder- und Jugendarbeit gelingt, werden die Heranwachsenden am Programm beteiligt. Die Eltern werden in bestimmten Fällen eingebunden, auch, um den Kontakt zur Kirchengemeinde zu halten, zu vertiefen oder wieder herzustellen.

Bereits im Rahmen von Elternabenden im Kindergarten werden den Eltern die Angebote unserer Kirchengemeinde dargelegt. Wir werben insbesondere für den Kindergottesdienst, zu dem auch die Eltern eingeladen sind.

Den Eltern wird versucht deutlich zu machen, wie wichtig eine Bindung an die Kirche ist und welche Aufgabe sie hierbei übernehmen können.

Neben der bestehenden Kindergruppe richten wir wieder eine Jugendgruppe ein. Diese soll sich aus den Katechumenen- und Konfirmandengruppen zusammensetzen.

Mit der Kirchengemeinde Remlingrade streben wir eine Kooperation auf dem Gebiet der Jugendarbeit an. Hierzu zählen auch gemeinsame Freizeiten.

Dieses Leitbild wurde im Jahr 2001 vom Presbyterium beschlossen und für das Jahr 2008 als realisiert angenommen. Nicht alles, was damals beschlossen wurde, konnte auch umgesetzt werden – aber: wir arbeiten dran!